Valle Verzasca: das Tessin in seiner vollen Pracht

Von Sonogno bis zum Staudamm in Gordola: Das mehr als 20km lange Valle Verzasca im Tessin ist längst kein Geheimtipp mehr.

Verzasca: Der smaragd grüne Fluss

Rund 30 Minuten von Locarno entfernt, liegt das schöne, naturbelassene Valle Verzasca. Das wortwörtliche Tal des grünen Fluss erlebte in den letzten Monaten ein wahrer Hype im Internet: Ein “Stück Paradies in der Schweiz” und das “Malediven von Milano” mögen zwar wie übertriebene Marketingfloskeln klingen, dennoch sind die solche lobende Beschreibungen nicht ganz unbegründet. Der wilde Fluss mit dieser magischen, grünen Farbe. Diese in der Schweiz eher einzigartige, ausgewaschene Felslandschaft. Die umliegenden, dicht bewachsenen Berghänge. Die kleinen, verlassenen Dörfer mit ihren typischen Tessiner Steinhütten. Ja, trotz meiner anfänglichen kritischen Haltung gegenüber diesem Hype, muss ich nun zugeben: Auch ich bin vom Charme des Verzascatals enorm angetan.

Ein typisches Rustico in Brione

Der dreitägige Ausflug im Verzascatal begann mit der langen Reise von Bern nach Brione (Verzasca). Bereits unterwegs konnten wir trotz schlechtem Wetter vom Postauto aus die ersten Blicke auf den türkisgrünen Fluss erhaschen. In Brione angekommen, wurden wir von einem kurzen, aber intensiven Gewitter begrüssend durchnässt. Die kleine Gemeinde, die Ende 2015 nur noch 182 Einwohner zu verzeichnen hatte, erinnert an ein verlassenes Dorf, wo bestimmt nur noch Geister ihr Unwesen treiben. Bei jedem altwürdigen Haus stellen wir uns die Frage, ob dieses überhaupt noch bewohnt ist. Auch unsere Bleibe für die erste Nacht ist ein typisch Tessiner Rustico im alten Stil – ein aus einzelnen Steinen aufgebauter Augenschmaus, mit drei kleinen gemütlichen Zimmern, verteilt auf drei Stöcke.

Der Spaziergang von Brione nach Lavertezzo

Die Region des Verzascatal ist ein kleines Paradies für Wanderer. Das Tal ist mit rund 300km Wanderwege vernetzt, die vom gemütlichen Spaziergang über hochalpine Wanderungen so ziemliche alles anbieten. Wir entschieden uns bereits im Vorfeld für ein gemütliches Wochenende, mit dem Verweilen entlang der Verzasca als Hauptziel. In Folge des Temperatursturzes ist es fürs Baden zwar um einige Grade zu kalt, doch eigentlich perfekt für einen Spaziergang entlang dem mehr oder minder wilden Flusslauf. Der Weg von Brione nach Lavertezzo verläuft mehrheitlich direkt entlang dem Flussufer, ab und zu an wunderschönen Rustici oder grösseren Wasserfälle vorbei. Die Wanderzeit wird mit 2 Stunden ausgeschrieben. Da wir jedoch jegliche Sitzbänke testen und regelmässig die Landschaft mit offenen Münder bestaunen,…verlieren wir locker das doppelte an Zeit.

 

Ponte dei Salti: Die Römerbrücke von Lavertezzo

In der Nähe von Lavertezzo ankommend sind rasch Geräusche menschlicher Natur zu hören: Lautes Schreien, Lachen, und Planschen im Wasser. Willkommen am touristischen Hotspot des Valle Verzasca! Gleich unterhalb der Ponte dei Salti, eine Fussgängerbrücke aus der römischen Zeit, fotografieren und geniessen hunderte Mensnschen die spezielle Sicht auf das Dorf. Ein Einheimischer meint später zu und, heute seien wegen dem grauen Wetter vergleichsweise wenige gekommen – an einem heissen Sommertag sei hier schlichtweg die Hölle los.

Zugegeben: Die Sicht auf die Pfarrkirche “Beata Vergine degli Angeli”  mit der einmaligen Felsformation im Vordergrund ist sehr sehr fotogen. Insbesondere bei Abendstimmung mit einem feinen Steinpilzrisotto im Magen.

 

 

Anreise: Zug nach “Locarno”, danach Postauto Richtung “Sonogno”

Wanderung: Brione – Lavertezzo (offizielle Wanderzeit: 2 Stunden); ist Teil der Wanderung Sonogno – Lavertezzo (offizielle Wanderzeit: 4 Stunden)

Übernachtungsmöglichkeiten: u.a. Rustico Mirò in Brione oder Lavertezzo; Hotel Posse in Lavertezzo

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