Landschaftsfotografie: 7 Tipps für bessere Landschaftsfotos

Frische Luft, weite Landschaften, vielfältige Fotosujets: Die Natur ist häufig meine Inspirations- und Energiequelle. Die Landschaftsfotografie befasst sich mit der belebten und unbelebten Umwelt des Menschen. Damit Bilder von Landschaften ausdrucksstark werden, spielen ganz verschieden Faktoren eine wichtige Rolle: Die Wahl des richtigen Bildausschnittes, die richtige Bildgestaltung, die Wahl der Perspektive oder die Einstellungen an der Kamera können den entscheidenden Unterschied ausmachen, ob Dein Bild am Ende auf den Betrachter ausdrucksvoll wird. Mit den folgenden 7 Tipps möchte ich Dir meine gesammelten Erfahrungen zum Thema Landschaftsbilder auf den Weg mitgeben.

Landschaftsfotos Niederhorn

Tipp Nr. 1: Bildkomposition: Räumlichkeit mit Vordergrund & Hintergrund für tiefe Landschaftsfotos

Die Bildgestaltung, und insbesondere die Anordnung der einzelnen Elementen eines Bildes, ist das Kernstück jeder Fotografie. In der Landschaftsfotografie wirken die Naturbilder insbesondere dann imposant, wenn das Foto dem Betrachter eine weite Räumlichkeit vermittelt. Ein Einblick in ein weites Tal, ein Ausblick in die Ferne über viele Berggipfel, endlos scheinende Landschaften – das wirkt imposant. Zumindest in der Realität; auf einem zweidimensionalen Bild ist die Darstellung dieser Räumlichkeit schon einiges schwieriger.

Doch es gibt ein einfaches Stilmittel um diese Räumlichkeit auch auf 2D-Bilder darzustellen: Die verschiedenen Ebenen. Das Sprichwort „Vordergrund macht Bild gesund“ ist bei der Landschaftsaufnahme so wahr, wie bei keinem anderen Fotografiestil. Dank Vordergrund, Mittelgrund und Hintergrund fliessen verschiedene räumliche Dimensionen in das Bild ein. Das Naturfoto erhält so eine räumliche Tiefe, der Betrachter des Fotos spührt dank dem Grössenverhältnis zwischen dem Vorder- und Hintergrund förmlich den Raum und die Weite der Landschaft. Suche für den Vordergrund einfache Sachen wie Steine, Felsvorsprung, Pflanzen, Gegenstände – das wirkt schon.

Tipp Nr. 2: Bildkomposition: Der goldene Schnitt in der Landschaftsfotografie

Nebst der räumlichen Anordnung der einzelnen Elemente aus den klassischen Regeln der Bildgestaltung, gibt auch der sogenante goldene Schnitt eine einfache Möglichkeit etwas Spannung in das Landschaftsfoto zu bringen. Es ist erwiesen, dass ein Betrachter ein Foto mit Bildunterteilung in Dritteln als angenehm empfindet. Und so kannst Du mit der sogenannten Drittelregel ganz einfach den Blick des Bildbetrachters gezielt auf gewisse Punkte lenken.

Für den goldenen Schnitt unterteilst Du gedanklich die Breite und Höhe des Bildes in jeweils drei Teile; so dass Du neun Felder erhälst. Nun positionierst Du das Hauptmotiv (meist sind das Vordergrund-Elemente) auf die Kreuzungspunkte dieser Linie.

Zur Info: Viele Fotokameras können sogenannte Hilfslinien bereits auf dem Display und/oder im Sucher einblenden. Such dafür in den Kameraeinstellungen einfach mal nach Hilfslinien oder Bildeinteilung.

Tipp Nr. 3: Manuelle Einstellung: Blende zu, ISO-Wert runter, schöne Bilder von Landschaften

Ich fotografiere eigentlich nur im manuellen Modus meiner Kamera. So behalte ich alle Möglichkeiten die Einstellungen selber vorzunehmen, und erreiche meistens die besten Ergebnisse – nämlich meist so, wie ich sie mir auch vorgestellt habe.

Landschaftsfotos sind weite Bilder, die verschiedene Elemente und viele Bildinformationen beinhalten. In der Regel will man durchgehend scharfe Naturbilder erzeugen, dass sowohl der Vorder- wie auch der Hintergrund gestochen scharf aussehen. Diese Schärfe in einem Naturbild wird (unter anderem) von der Blende stark beeinflusst. Je mehr man die Blende schliesst, je kleinder die Blendeöffnung ist, umso grösser wird die Schärfentiefe. Daher ist es von Vorteil die Blende auf f/11, f/16 oder höher einzustellen.

Ebenso gewünscht sind rauscharme Landschaftsfotos – zum Beispiel beim Eintritt der Dunkel nach einem Sonnenuntergang. Um die Gefahr vor unerwünschtem Bildrauschen zu minimieren sollte der ISO-Wert möglichst tief gehalten werden. Dies spricht dann wiederum auch dafür, bei der Aufnahme von Naturbilder regelmässig ein Stativ mitzunehmen und mit längeren Verschlusszeiten zu arbeiten – aber da kommen wir später dazu.

Naturbilder Niesen

Landschaftsfoto Vinales

Landschaft Fotografie Thailand

Tipp Nr. 4: Nutze das natürliche Licht an bester Tageszeit

Auch mit der besten Bildkomposition, mit der besten Kameratechnik, mit den besten technischen Mitteln…wird ein Landschaftsfoto nur so gut, wie es das Tageslicht erlaubt. Die Stimmung auf einem Naturbild hängt sehr stark von der Tageszeit bei der Fotoaufnahme ab; daher ist die Geduld ein stets guter Begleiter von jedem Fotograf.

Das natürliche Licht ist (auch zum Glück!) nicht den ganzen Tag gleich, und so erscheinen Landschaften, Bildelemente und die gesamte Stimmung je nach Aufnahmezeit in einem völlig anderen Licht. Persönlich schätze ich besonders folgende Tageszeiten:

Die Blaue Stunde

Die Blaue Stunde beschreibt die Zeit zwischen der Dämmerung nach einem Sonnenuntergang und völliger Dunkelheit der Nacht (resp. von der Nacht bis zum Sonnenaufgang). Das tiefblaue Licht harmoniert perfekt mit der Umgebung, die Wolken im Himmel heben sich von diesem Blau ab,…ja die blaue Stunde bringt das gewisse Etwas in das Landschaftsfoto.

Die Goldene Stunde

Die Goldene Stunde beschreibt wiederum die Zeit vor der blauen Stunde – sprich während und kurz nach dem Sonnenuntergang (resp. Sonnenaufgang). Die Farben des Himmels gehen vom Rötlichen ins Gelbe, das Licht der tiefstehenden Sonne beleuchtet die Landschaften und Objekte mit einem angenehmen orange-gelben Licht.

Die Phasen eines Wetterumschwungs

Sei es nach dem Niederschlag, oder wenn der Nebel davon zieht, oder wiederum wenn dichte Wolken aufziehen….da gibt es ganz spannende Lichteffekte, die in Wörter kaum beschreibbar sind – sondern den besten Ausdruck auf Landschaftsfotos erhalten.

Blaue Stunde Verzascatal

Foto Natur Engstlensee

Tipp Nr. 5: Langzeitbelichtung ist die Prise Salz der Naturbilder

Die Langzeitbelichtung ist die langsamste Disziplin in der Fotografie – aber die beste, um das Rauschen des Wasser, das Bewegen der Himmelskörper, das Rascheln der Bäume einzufangen. Somit ideal, für dynamische Landschaftsbilder. Insbesondere am Meer macht es Spass, bei der Bildaufnahme eine lange Verschlusszeit zu wählen. Die Langzeitbelichtung ist die Prise Salz, die eigentlich nicht notwendig ist, aber den Naturbilder schlussendlich das gewisse Etwas mitgibt.

Doch ganz ehrlich: Die Kunst der Langzeitbelichtung braucht viel Übung und noch mehr Geduld. In welche Richtung fliesst das Wasser um die Steine herum; wirken die Linien sinnvoll oder doch eher chaotisch? Ist der verschwommene Himmel ein Mehrwert für das Landschaftsfoto, oder lenkt er schlussendlich zu sehr vom Hauptmotiv ab? Das sind alles Fragen, die man nur mit einer gewissen Erfahrung im Vornehinein beantworten kann. Und für Langzeitbelichtung bei Tageslicht benötigst Du technische Hilfsmittel wie Stativ und/oder Filter – siehe dazu Tipp Nummer 7.

Tipp Nr. 6: Nimm Dir Zeit und geniesse den Augenblick

Jaja, diesen Tipp hast Du schon bei den Tipps für bessere Reisefotos, bei meinen Gedanken zur Strassenfotografie und/oder bei den Tricks für Portraitfotos gelesen – kein Wunder, es ist nämlich einfach mein Grundsatz: Wer den Augenblick geniessen kann, wer sich in der vorgegebenen Situation wohl fühlt, der wird auch schöne(re) Fotos knipsen. Und das ist auch bei der Landschaftsfotografie nicht anders.

Was ich diesmal neu anfügen möchte: Das Thema der richtigen Kleidung, Nahrung und Ausstattung wird sehr häufig unterschätzt. Während den Aufnahmen von Naturbildern wirst Du häufig über längere Zeit unterwegs sein, und häufig weit abseits von Orten, an denen Du Dich einfach aufwärmen kannst oder Stärkung zu Dir nehmen kannst. Gutes Schuhwerk, dem Wetter gerechte Kleidung, Sonnen- resp. Regenschutz, eine Thermosflasche mit einem feinen Getränk, Süsses zum Naschen…..das alles kann schlussendlich auf deiner Fototour für gute Bilder von Landschaften Gold Wert sein. Ganz nach dem Grundsatz: Wer sich am Ort wohl fühlt, wird den Moment besser geniessen können – und schöne Naturbilder machen. Daher: Verbinde das Fotografieren mit einem gemütlichen Ausflug, inkl. Thermoskanne und Apéro-Plättli!

Tipp Nr. 7: Nutze technische Hilfsmittel wie Stativ, Fernauslöser und verschiedene Filter

Wie gerade erwähnt, ist ein wichtiger Bestandteil der Landschaftsfotografie das „richtige“ Equipement; auch aus technischer Sicht.  Aber: Was richtig oder falsch ist, liegt im Auge des Betrachters – und ja, man kann auch mit einem Handy oder günstiger Digitalkamera ganz ansehnliche Naturbilder knipsen. Daher spreche ich jetzt einfach aus meiner persönlicher Erfahrung:

Vorteilhaft ist eine Kamera, mit der Du manuelle Einstellungen vornehmen kannst: ISO-Werte, Blende, Fokus und Belichtung. Als Objektiv empfehle ich für schöne Naturbilder in erster Linie ein Weitwinkelobjektiv, welches ruhig auch lichtstark sein darf. So kannst Du weite Landschaften problemlos ganz auf einem Foto abbilden.

Die Landschaftsfotografie findet meistens am Tag statt – daher ist es eigentlich nicht zwingend immer ein Stativ dabei zu haben. Wer jedoch die Prise Salz hinzufügen will, kommt für Langzeitbelichtungen nicht um ein Stativ herum (siehe Tipp Nr. 5). Welches Stativ Du nutzen wirst, bleib Dir alleine überlassen. Wichtig ist einfach gute Standfestigkeit, Robustheit und Steifigkeit – man will ja nicht, dass die Kamera auf wortwörtlichen wackeligen Beinen steht. Da man das Stativ jedoch rumtragen wird, wäre ein kompaktes und leichtes Modell von grossem Vorteil.

Insbesondere mit einem Stativ zusammen, ist ein Fernauslöser ein super Hilfsmittel, um Verwacklungen auf Deinem Foto zu vermeiden. Es kommt schon oft beim Drücken des Auslösers zu kleineren Bewegungen, die am Ende für unscharfe Bilder sorgen können. Mit dem Fernauslöser wird das Bild geschossen, ohne die Kamera zu berühren – voll praktisch. Moderne Kameras besitzen sogar die Möglichkeit, alle Einstellungen per App auf dem Smartphone zu ändern. Ob Deine Kamera eine Steuerung per App zulässt, erfährst Du am besten in der Bedienungsanleitung.

Im Instagram-Zeitalter sind Filter ein bekannter Begriff – aber erst bei der Bildbearbeitung. Es gibt jedoch auch verschiedene Filter, die Du auf das Objektiv befestigst und so bereits bei der Bildaufnahme verwenden kannst. Der Graufilter (auch als Neutraldichtefilter bekannt) verdunkelt das ganze und ermöglicht auch am Tag längere Belichtungszeiten durchzuführen. Sehr nützlich für fliessende Wasserverläufe oder spezielle Himmelsaufnahmen. Ein Grauverlaufsfilter wiederum ermöglicht nur gewisse Stellen eines Bildes zu verdunkeln. Persönlich nutze ich häufig den Polarisationsfilter, der einzelne Lichtstrahlen durchlässt und andere komplett blockiert. So können Spiegelungen in einem See entfernt bzw. verstärkt werden, oder den blauen Himmel noch intensiver dargestellt werden.

Seien wir ehrlich: Nicht alle oben erwähnten technischen Hilfsmittel sind wirklich nötig – aber eben, es sind mögliche Hilfsmittel um die Kunst der Landschaftsfotografie zu perfektionieren. Hier lautet Die Devise: Testen, üben, seine Vorlieben erkennen und sich laufend verbessern.

Wege Landschaftsfotografie

 

Was sind Deine Erfahrungen und Tipps zum Thema Landschaftsfotografie? Welche Tipps und Tricks habe ich vergessen? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

Zusammenfassung
Landschaftsfotografie: 7 Tipps für bessere Landschaftsfotos
Titel
Landschaftsfotografie: 7 Tipps für bessere Landschaftsfotos
Beschreibung
Die Natur ist meine Inspirations- und Energiequelle. Damit ein Landschaftsfoto ausdrucksstark wird, spielen ganz verschiedene Faktoren eine wichtige Rolle. Mit den folgenden 7 Tipps möchte ich Dir meine gesammelten Erfahrungen zum Thema Landschaftsbilder auf den Weg mitgeben.

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