Reykjavik. Die Hauptstadt von Island. Und die nördlichst gelegene Hauptstadt der Welt. Eine kleine, aber sehr charmante Stadt. Überschaubar, und doch insgesamt sehr erlebnisreich. Und diese 13 To Dos darfst Du in Reykjavik auf gar keinem Fall verpassen.

Ankunft in Reykjavik nach dem Flug mit IcelandAir

„Hallo Island, hallo Reykjavik! Schön dich endlich kennen zu lernen, schön dich endlich entdecken zu dürfen!“

Mit diesem Gedanken bin ich nun in Reykjavik gelandet, nach einem knapp vierstündigen Direktflug aus der Schweiz mit IcelandAir. Da bin ich nun, in der nördlichsten Hauptstadt der Welt. Ein bisschen erschöpft, aber voller Vorfreude. Und von einem strahlend blauem Himmel begrüsst – was will man mehr.

Hier bin ich nun, einige tausende Kilometer vom europäischen Festland entfernt. Nur wenige hundert Kilometer vom Polarkreis entfernt. Auf einer Vulkaninsel, ja sogar auf der grössten Vulkaninsel dieser Welt. Voller Elan bin ich da, gespannt auf die nächsten Tage, diese abwechslungsreichen Landschaften auf der Insel. Entsprechend unserer Reiseplanung für Island werden wir mit einem Auto eine Rundreise auf der Ring Road unternehmen. Isländische Landschaften stehen im Vordergrund.

Doch zuerst bin ich zwei Tage in dieser kleinen Stadt namens Reykjavik. Eingewöhnen an die kühlen Temperaturen, die windige Meeresluft.

Es ist 17:00 Uhr als ich den Flughafen verlasse, doch von Dämmerung keine Spur. Und das wird bis spät in den Abend so bleiben. Es lebe der Sommer im Norden!

Vom Flughafen Keflavik nehme ich erstmal den Bus in die Innenstadt: Der Flughafentransfer dauert rund 45 Minuten und kostet etwa 4’000 isländische Kronen – entspricht rund CHF 40.–. Das sind beinahe Schweizer Preise, und trotz vieler Vorwarnungen, bin ich halbwegs geschockt. Kleiner Tipp: Wenn man mit Icelandair fliegt, kann man sich das Busticket bereits im Flugzeug kaufen. Durchaus praktisch.

Die Grösse der Stadt Reykjavik ist im Vergleich zu anderen Hauptstädte der Welt sehr sehr überschaubar. Reykjavik ist noch kleiner als Bern, aber genauso fein und charmant. Bunt und skuril. Voller Design und Stil. Nach nur wenigen Stunden in der Innenstadt, bin ich verzückt.

Wortwörtlich heisst die Stadt „Rauchboot“, wahrscheinlich in Anlehnung an die Dämpfen der heissen Wasserquellen in der Umgebung. Dazu gibt es in den nächsten Artikeln wohl mehr zu berichten.

Im wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum des Landes wohnen rund 125’000 Einwohner, mit der Agglomeration des Gemeindeverbunds Reykjavikurborg sind es fast 200’000 Menschen – das enstpricht ca. 40 % der ganzen Landesbevölkerung. Dies zur Statistik.
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13 Dinge, die man in Reykjavik nicht verpassen darf

Trotz der beschaulichen Grösse der Stadt, gibt es hier so einiges zu sehen und zu erleben. Einerseits klassisches Sightseeing, mit typischen Sehenswürdigkeiten. Anderseits auch viele Möglichkeiten zum schlendern und einfach das Leben zu geniessen.

Diese Gebäude, Erlebnisse oder Begegnungen darf man in Reykjavik meiner Meinung nach nicht verpassen:

(1) Die Aussicht vom Hallgrimskirkja, die grösste Kirche des Landes

Bei diesem Sonnenschein, will ich mir die Stadt von oben aus ansehen. Wer mich kennt, weiss wie ich solche Stadtaussichten geniessen kann.

Genau dafür ist die grösste Kirche der Insel bestens geeignet, die Hallgrimskirkja.

Das Gebäude hat eine durchaus atypischen Architektur und liegt im Zentrum der Innenstadt, ein bisschen auf einem Hügel höher gelegen. Die Kirche ist kaum zu übersehen: Durch ihre Auffälligkeit ist sie eines der grössten Wahrzeichen der Stadt.

Die Aussicht vom Kirchenturm aus ist perfekt für faule Menschen: Für 1000 Kronen kommt man mit dem Lift auf den 73 hohen Turm. Und wie erwartet, ist die Aussicht auf die Agglomeration von Reykjavik schlichtweg atemberaubend. Und eine ideale Orientierungshilfe für meine nächsten 48 Stunden.

Im schlicht gehaltenen Innern der Kirche hat es Platz für 1200 Menschen. Die 15 Meter hohe Orgel besticht im klaren, grauem Raum. Ich hatte zudem das Glück, das eine Organistin am spielen war, als ich die Kirche betrat.

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(2) Perlan, ein kultureller Wasserspeicher

Ein weiterer Aussichtspunkt von Reykjavik ist Perlan, der frühere Wasserspeicher der Stadt. Ein ziemlich futuristisches Gebäude, auf einem kleinen Hügel „neben“ der Innenstadt (aber dennoch sehr gut zu Fuss erreichbar).

Perlan beheimatet heute ein Museum der „Wonder of Iceland“, mit fotografischen und inhaltlichen Ausstellungen zum Thema der Natur von Island. Eindrückliche Hintergrundinformationen zu Vulkane, Gletscher, Wasser und co. können hier eingeholt werden.

Die 360° Aussichtsplattform im vierten Stock kann man auch ohne Museumsbesuch betreten (Eintritt nur für die Plattform: 450 Kronen). Und wenn man – nicht so wie ich – nach 09:00 Uhr vorbei kommt, kann man sich im Restaurant mit einem Kaffee ein bisschen erwärmen. Denn es ist frisch, in Island.

(3) Einmal Hotdog Clinton Style, bitte! Ein unerwartetes Nationalgericht von Island

Während der Reiseplanung für Island habe ich mich mehrmals gefragt, was wohl das typischen Nationalgericht ist. Die Viehzucht auf der Insel beschränkt sich auf Schafe, Kühe und Pferde – und der Fischfang ist sicher auch ein wichtiger Ernährungszweig in Island. Daher sind sicher Hangikjöt  (geräuchertes Lammfleisch), Skyr (dickflüssiger Yoghurt) oder getrockneter Stockfisch die wahren Klassiker der isländischen Küche.

Etwas erstaunter habe ich erfahren, dass in Reykjavik nahrhafte Hot Dogs sehr beliebt sind. Den besten soll man bei Essstand Bæjarins Beztu Pylsur erhalten, der gleich in der Nähe des Kunstmuseums steht. Hier ass nämlich sogar ein gewisser Bill Clinton einen Hot Dog. Mein Fazit: Darf man durchaus testen. Und ein Hot-Dog Clinton-Style bedeutet: Einmal mit allem (= rohe Zwiebeln, geröstete Zwiebeln, Mayonnaise, Ketchup, süsser Senf), bitte!

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(4) Streetart in der Stadt erkunden

Natürlich gibt es in Europa bekanntere Städte für Streetarts – sei es nur schon London, Paris oder Berlin. Und ich würde auch nicht gerade behaupten, die Grafiti- & Streetart-Szene von Reykjavik könne mit diesen erwähnten Städten wirklich mithalten.

Dennoch war ich sehr positiv erstaunt, wie vielfältig und farbenfroh einige Häuser und Gassen von Reykjavik bemalt sind. Dies vorallem dank dem sogenannten „Wall Poetry Project“, eine Zusammenarbeit mit Künstlern aus ganz Europa. Erwähnen möchte hier insbesondere die Strassen von Laugavegur, Grettisgrata und Nylendugata.

(5) Im Reykjavik Downtown schlendern: Laugavegur

Apropos Laugavegur: So heisst die bunte Shoppingmeile von Reykjavik. Und mit ihrer Seiten- und Parallelstrassen bildet sie ein wenig das Downtown von Reykjavik.

Hier sind nebst Streetarts viele bunte Häuser, kleine und schmucke Geschäfte, nette Bars und Restaurants als Ausgehmöglichkeiten. Und eben, die Seitenstrassen bieten noch viel mehr. Hier zu schlendern und flanieren lohnt sich allemal, auch wenn die Zeit dadurch schnell vergehen kann.

Natürlich fehlt hier evtl. der Glamoureffekt der Champs Elysées von Paris, diese Strassen laden durchaus zum Verweilen ein. Und das trinkfreudige Volk ist eh witzig zu beobachten. Prost!

(6) Craft Beer degustieren

Island ist ein teures Land, keine Frage. Seien es die Eintritte zu den Sehenswürdigkeiten, die Mahlzeiten oder kleine Mitbringsel für zu Hause. Und der Alkohol sowieso, wie in jedem nördlichen Land (Kopenhagen lässt grüssen!).

Und dennoch, insbesondere für alle Bierliebhaber, empfehle ich euch wärmstens: Geht in Reykjavik Bier trinken! Hier gibt es viele verschiedene (heimische) Biersorten, die sehr schmecken – und nicht nur im Lagerbier-Bereich. Degustiert hier das Ale, Pale Ale, Indian Pale Ale oder sogar mal ein Stout – es lohnt sich. Die Menschen hier können nämlich feines Bier brauen.

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(7) Moderne Architektur, am Beispiel des Konzerthauses Harpa

In Reykjavik ist alles voller Stil. Die Kaffees, Bars, Shops. Die Strassen mit den typischen, farbigen Häuser aus dem Norden. Aber auch die neue, moderne Architektur.

Das beste Beispiel dafür ist das Concert Hall Harpa, welches gleich beim Hafen liegt. Ein mutiger, moderner Bau aus Glas und Metall. Ein wunderschönes Konzerthaus, und trotz seiner Auffälligkeit, irgendwie doch sehr schlicht gehalten. Zudem flackern am Gebäude nach Einbruch der Dunkelheit hier bunte Lichter. Doch im Sommer wird es hier noch lange nicht dunkel….

(8) Die Skulptur „Sun Voyager“ im Hafenviertel Saebraut auf Instagram stellen

Eine eigenartige Metallskulptur ist der „Sun Voyager“, von den Einheimischen auch „Sólfar“ genannt, gleich in der Nähe des Hafens der Stadt.

Diese Konstruktion aus Metall soll ein Vikingerschiff darstellen – hätte ich dies nicht nachgelesen, wäre ich wohl selber nicht darauf gekommen. Item.

Dieses Kunstwerk liegt an der Flaniermeile Saebraut, direkt an der Atlantikküste der Stadt. Diese Flaniermeile ist eine Strasse mit modernen Häuser, welches die zeitgenössische und moderne Identität der Stadt ausdrucken soll. Doch besonders nett ist der Anblick auf die Bergketten, auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht.

Diese Skulptur ist ein sehr beliebtes Instagram-Sujet. Sei gleich wie alle anderen, und poste auch Du ein BIld davon.

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(9) Ein Museum für Mutige besuchen: Isländisches Phallusmuseum

Etwas Lustiges für ein allfälliges Schlechtwetterprogramm nötig? In Reykjavik gibt es dutzende von Museen: Kunstmuseum, Museum der Spielzeuge, das Punk-Museum, Wonder of Iceland, das Fotomuseum, etc.

Doch wenn Du etwas Spezielles erleben willst, dann empfehle ich Dir ein Besuch im Isländischen Phallusmuseum. Ja, Du hast richtig gelesen: Dieses Museum beherbergt die weltweite grösste Ausstellung von Penissen. Hier sind 280 Exemplaren von 93 verschiedenen Tierarten ausgestellt, darunter 55 Penisse von Walen, 36 von Robben und 118 von diversen Landsäugetiere.  Viel Spass!

(10) Der Hochseehafen, das Tor zu Island

Weiter geht es mit dem Spaziergang durch die Stadt Richtung Hafen. Als Bewohner eines Binnenlandes bin ich von Häfen immer schwer beeindruckt.

Der Anlageort für Kreuzfahrtschiffe und Frachtschiffe ist zugleich auch ein wenig das grosse Tor zu Island: Viele Importgüter kommen nämlich über den Seeweg auf die Insel.

Wer Lust auf eine Tagestour hat, um Wale und Vögel beobachten zu gehen, wird hier auch sein Boot besteigen.

Und wer Lust auf Flohmärkte hat, sollte an einem Samstag oder Sonntag ebenfalls hierher kommen.

(11) Inspiration einholen, Dank dem Stil der Shops & Cafés

Vielleicht wiederhole ich mich, aber ich möchte es nochmals betonen: Reykjavik hat in meinen Augen extrem viel Charme und Stil. Insbesondere die Einrichtung & die Art der Warenpräsentation finde ich hier sehr inspirierend.

Das Besuchen der Geschäfte und Cafés laden nicht nur zum konsumieren ein, nein. Es ist jeweils auch ein Betreten in eine stilvolle Umgebung des Shopbetreibers, der so auch seinen Geschmack und seinen Stil präsentiert. Ich mag das sehr.

(12) Ein Brötchen bei Braud & Co. kaufen, die schönste Bäckerei der Stadt

Ich habe ein Faible für Schokoladen-Brötchen. Ich habe ein Faible für (schön) versprayte Häuser. Kein Wunder bin ich ein grosser Fan von der Bäckerei Braud & Co. an der Frakkastigur Strasse geworden.

Wer in das farbige Haus eintritt, erhält zudem kostenlosen Einblick in die isländische Bäckerkunst: Die Backstube ist offen gestaltet. Man kann dem Bäcker live zusehen, wie er den Teig herstellt und seine Arbeit mit Leidenschaft verrichtet.

Undja, das Brötchen war sehr sehr lecker. Unbedingt hingehen!

(13) Das Rathaus aus Beton am Tjörnin See: Ein Ort zum Enten füttern

Die Hauptstadt von Island ist eine grüne Oase. Es gibt viele grüne Anlagen, viele Bäume, viele Erholungsmöglichkeiten.

Auch der See Tjörnin ist so eine Verweilmöglichkeiten. Der See ist auch bei den Vögel ein sehr beliebter Ort: So kann man hier etliche Vogelarten beobachten (und mit Brot füttern).

Gleich an diesem See liegt auch das moderne Rathaus von Reykjavik. Ein grauer Bau, vor allem aus rohem Beton erbaut, mit einer spannenden Architektur von Säulen und grossen Flächen. Natürlich ist auch Architektur Geschmacksache – trotz dieser Kahlheit, gefällt mir dieses Haus irgendwie. Aber vielleicht auch nur wegen den Enten auf dem See.


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Reykjavik, der ideale Startort für Tagesausflüge

Wie bereits angetönt, ist Reykjavik nicht die grösste Stadt, die ich jemals besucht habe. Macht aber nichts, da der Charme dafür genügend vorhanden ist.

Wer jedoch ein wenig mehr erleben will – respektiv keine zwei Wochen auf der Insel verbringen kann und dennoch etwas von der isländischen Landschaft erleben möchte – dem empfehle ich die verschiedenen Tagesausflüge von Reykjavik aus. Zum Beispiel….

…die Golden Circle Tour…

In etwa 10 Stunden entdeckt man mit dem Bus drei wichtige Sehenswürdigkeiten der Insel: Der Nationalpark Thingvellir mit der Grabenbruchzone der tektonischen Platten von Europa und Amerika, der grosse Geysir im Geothermalgebiet von Haukadalur sowie den eindrücklichen Wasserfall namens Gullfoss.

…Whalewatching (inkl. Vogelbeobachtung)…

Einen Tagesausflug auf dem Schiff um Wale zu beoabchten, und schöne Wasservögel. Wenn man’s mag, nicht seekrank wird, wieso auch nicht so einen Tag verbringen?

…baden in der Blauen Lagune…

Ok, der Eintritt kostet etwas, aber die rund 50km lange Fahrt dahin kann sich durchaus lohnen: Die 5’000 Quadratmeter grosse Blaue Lagune von Island ist ein kleine Wellness Paradies. Das Wasser ist zwischen 37 und 42 Grad heiss und hat dank verschiedene Mineralsalze und blaugrünen Algen (angebliche) heilende Wirkung für die Haut. Hier können natürlich auch Dampfbäder besucht oder Massagen gebucht werden. Ein besonderes Erlebnis.

Warst Du auch schon in Reykjavik?

Wie sieht es bei Dir aus? Warst Du auch schon in der nördlichsten Hauptstadt der Welt? Was sollte man Deiner Meinung nach nicht verpassen? Ich freue mich auf Dein Feedback in den Kommentaren!

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